Hunde im Fadenkreuz der Gesellschaft
Sind Hunde wirklich so eine starke Belastung für die Stadt? Wege und Lösungen zu einem besseren Verständnis zwischen Hundebesitzer und Mitbürgern.
Der Mensch sucht immer jemanden, dem er für sein mangelndes Wohlbefinden oder seine Unzufriedenheit die Verantwortung übertragen kann. Diese Theorie zieht sich wie ein roter Faden zur die Geschichte und lässt sich ohne Zweifel in jedem Jahrzehnt erneut erkennen.
Geht man in Wien durch einen städtischen Park entdeckt man neben herumliegenden Verpackungen und Essensresten, die von zahlreichen Tauben verzehrt werden, auch Hundehäufchen.
Die Vierbeinigen Zeitgenossen erleichtern sich bei Sträuchern, Bäumen oder auch, wenn es das Herrl nicht mehr rechtzeitig auf die Wiese schafft, auf dem Gehsteig. Die Verwendung der Hundesäckchen, welche die Stadt Wien freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung stellt, ist Pflicht und wird bei Nichteinhaltung mit einer Geldstrafe geahndet.
Dieses Prinzip wird von Hundebesitzern sehr begrüßt und findet allgemeinen Anklang. In manchen Wiener Bezirken wurden Hundezonen errichtet, die ein leinenfreies Laufen der Hunde ermöglichen.
Im Prinzip sollte dem städtischen Zusammenleben von Hund und Mensch nichts mehr im Wege stehen. Doch wie es nun mal so ist, reichen diese Maßnahmen nicht aus um alle Beteiligten zufrieden zu stellen.
Nicht jeder Hundebesitzer folgt dem Aufruf „nimm ein Sackerl für mein Gackerl" und lässt das Häufchen in der Wiese liegen. Oftmals sieht man auch Leinenlose und Beißkorblose Hunde in städtischen Parkanlagen ohne Hundezonen herumtollen. Diese Ausnahmen ziehen natürlich den Unmut der Mitbürger an und schüren feurige Diskusionen.
Liest man aktuelle Petitionen gegen den Tiermord in der Ukraine, wo Hunde und Katzen schamlos getötet werden, um für ein Fußballfest eine „saubere" Stadt bieten zu können, und betrachtet man dabei die wilden und ungestümen Reaktionen darauf, dann wundert man sich, dass es trotz dieser tierlieben Stadt solche Probleme zwischen Hundebesitzern und sonstigen Stadteinwohnern gibt.
Ein erhöhtes, gegenseitiges Verständnis würde hier einige Situationen entschärfen. Die Tierliebe, die man „online" zum Ausdruck bringt, sollte auch in das reale Leben übertragen werden. Ein freundlicher Blick oder ein Lächeln wenn einem ein Hundebesitzer im Park entgegen kommt wären hier mehr als angebracht. Im Gegenzug ist ein erhöhter Einsatz der „Gacki-Sackerl" ein möglicher Lösungsansatz für die Häufchen-Misere in städtischen Parkanlagen.
Einem Hund ein zu Hause zu geben ist eine große Verantwortung und grenzt an die Anstrengungen der Erziehung eines Kindes. Permanente Aufmerksamkeit und viel Zeit und Auslauf sind nötig um alle Bedürfnisse eines Hundes zu befriedigen. Einen gewissen Respekt vor den Aufwendungen, die ein Hundebesitzer auf sich nimmt, vor allem wenn er einen Hund in der Stadt hält, sollte hier entgegengebracht werden. Gleichzeitig müssen die Regeln seitens der Herrl, ob nun Leinenpflicht oder das Entfernen von Hundehäufchen, eingehalten werden. Dann wird einem gemütlichen Zusammenleben beider Gruppen in der Stadt nichts mehr im Wege stehen.